
von Robert T. Kiyosaki · 1997
Das Buch in drei Sätzen
5 Min. Lesezeit · kostenlos, ganz ohne Konto
Cover: Open Library
Der reiche Vater zahlte dem jungen Robert erst zehn Cent die Stunde, dann gar nichts mehr. Er wollte ihm zeigen, wie die Angst, ohne Geld dazustehen, und die Gier nach dem, was man sich kaufen könnte, die meisten Menschen ein Leben lang Zeit gegen Gehalt tauschen lassen. Statt mehr Lohn zu fordern, entdeckten Robert und sein Freund Mike eine Chance: eine Leihbibliothek aus aussortierten Comicheften. Die Fähigkeit, um die es geht: zu merken, wann Gefühle statt Überlegung deine Geldentscheidungen treffen.
Praxistipp Bevor du um mehr Gehalt bittest, notier eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, die dich nicht mehr Stunden kostet.
Kiyosakis Definition ist bewusst einfach: Ein Vermögenswert bringt dir Geld in die Tasche, eine Verbindlichkeit zieht es dir aus der Tasche. Nach diesem Maßstab sind das neue Auto und sogar das eigene Haus Verbindlichkeiten, weil Kreditraten, Steuern und Instandhaltung jeden Monat Geld kosten. Die Reichen kaufen, was Einnahmen bringt: Unternehmen, die ohne sie laufen, Aktien, Anleihen, vermietete Immobilien und Lizenzeinnahmen. Die Mittelschicht dagegen kauft Verbindlichkeiten, die sie für Vermögen hält.
Praxistipp Sortier, was du besitzt, mit einer einzigen Frage: Bringt es mir Geld, oder kostet es mich Geld?
Im Hamsterrad wachsen mit jeder Gehaltserhöhung auch die Ausgaben, sodass die Rechnungen genauso schnell steigen wie das Einkommen. Mehr zu verdienen, durchbricht diesen Kreislauf nicht; das gelingt erst, wenn Geld in Vermögenswerte fließt, bis deren Erträge deine Ausgaben decken. Reichtum misst das Buch deshalb nicht in Geldbeträgen, sondern in Tagen – eine Definition, die Kiyosaki von Buckminster Fuller übernimmt: Wie lange könntest du deinen Lebensstandard halten, wenn du heute aufhören würdest zu arbeiten?
Praxistipp Rechne aus, wie viele Tage du von deinen Ersparnissen leben könntest, wenn dein Einkommen heute wegfiele.
Die meisten begleichen zuerst ihre Rechnungen und sparen, was übrig bleibt – oft ist das nichts. Der reiche Vater dreht die Reihenfolge um: Zuerst fließt Geld in den Aufbau von Vermögenswerten, danach kommen die Rechnungen. Manchmal wird es dadurch am Monatsende eng. Das Buch hält diesen Druck für nützlich, weil er dich dazu bringt, nach neuen Einnahmequellen zu suchen, statt die Investition ausfallen zu lassen.
Praxistipp Richte einen Dauerauftrag ein, der am Zahltag automatisch Geld auf dein Spar- oder Depotkonto überweist.
Beim reichen Vater durfte niemand sagen, er könne sich etwas nicht leisten. Diese Ausrede beendet das Nachdenken, die Frage nach dem Wie setzt es erst in Gang. Ähnlich sieht Kiyosaki die meisten Geldprobleme: Die größten Hindernisse liegen in dir selbst. Er nennt fünf, die selbst Menschen mit solidem Finanzwissen davon abhalten, Vermögenswerte aufzubauen: Angst, Zynismus, Faulheit, schlechte Gewohnheiten und Arroganz.
Praxistipp Wenn du das nächste Mal denkst, dass du dir etwas nicht leisten kannst, schreib drei Wege auf, wie es doch ginge.
Kiyosaki argumentiert, dass das Steuerrecht Angestellte und Unternehmer unterschiedlich behandelt. Angestellte verdienen, werden besteuert und geben aus, was übrig bleibt. Wer ein Unternehmen besitzt, verdient, gibt über die Firma aus und zahlt Steuern nur auf den Rest. Rechtskenntnis zählt der reiche Vater deshalb zu den vier Bausteinen der finanziellen Intelligenz, neben Buchhaltung, Investieren und Marktverständnis. Seine Beispiele stammen aus den USA; in Deutschland gelten andere Regeln, nimm den Gedanken also als Richtung, nicht als Anleitung.
Praxistipp Frag eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater, was du mit einem kleinen Nebengewerbe absetzen könntest.
Die letzte Lektion: Such dir Jobs danach aus, was sie dir beibringen, nicht nur danach, was sie zahlen. Über allen anderen Fähigkeiten stehen für den reichen Vater Verkaufen und Kommunikation; Kiyosaki selbst ging deshalb zu Xerox, um verkaufen zu lernen. Außerdem hält er es für wertvoller, von vielen Bereichen eines Unternehmens etwas zu verstehen, als in einem einzigen alles zu wissen – wer Vermögenswerte aufbauen will, braucht diesen Überblick.
Praxistipp Such dir eine Fähigkeit aus, etwa Verkaufen oder freies Sprechen, und übe sie diesen Monat ganz bewusst.
Eine Zeile pro Lektion. Die rechte Spalte steht für die Geldgewohnheiten, die du laut Buch ablegen sollst. Die FBV-Ausgabe zählt drei weitere Kapitel als Lektion 7–9 (Hindernisse überwinden, die ersten Schritte, noch mehr Ideen).
| Lektion | Reicher Vater | Armer Vater |
|---|---|---|
| Die Reichen arbeiten nicht für GeldLektion 1 | Lass das Geld für dich arbeitenHalte Ausschau nach Chancen und lass weder Angst noch Gier über dein Geld entscheiden. | Für ein Gehalt arbeitenFleißig lernen, dann einen sicheren Job mit gutem Gehalt finden. |
| Was bringt ein solides finanzielles Grundwissen?Lektion 2 | Lerne, Zahlen zu lesenEntscheidend ist, was du behältst, nicht was du verdienst. Kauf Vermögenswerte statt Verbindlichkeiten. | Mehr verdienenEin höheres Einkommen löst jedes Geldproblem, und das eigene Haus ist die größte Geldanlage. |
| Kümmere dich um deine eigenen GeschäfteLektion 3 | Bau deine Vermögenswerte aufBehalte deinen Job, aber betrachte deine Vermögenswerte als dein eigentliches Geschäft. Luxus kommt zuletzt. | Der Job ist allesAlles in die Karriere stecken und den Luxus zuerst kaufen. |
| Die Geschichte der Steuern und die Macht der UnternehmenLektion 4 | Lerne die Regeln der UnternehmerVerdienen, über die Firma ausgeben, auf den Rest Steuern zahlen. | Die Reichen sollen mehr zahlenVerdienen, versteuern und von dem leben, was übrig bleibt. |
| Die Reichen erfinden das GeldLektion 5 | Lerne, mit Risiko umzugehenNutze dein Finanzwissen, um Gelegenheiten zu erkennen und zu schaffen, die andere übersehen. | Auf Nummer sicher gehenRisiken meiden und das Geld dort lassen, wo es sich sicher anfühlt. |
| Arbeite, um zu lernen, nicht für GeldLektion 6 | Lerne viele FähigkeitenWähle Jobs danach, was sie dir beibringen – vor allem Verkaufen und Kommunikation. | SpezialisierenTief in ein Fachgebiet einsteigen und eine sichere Karriereleiter hinaufklettern. |
Der Test hinter allen sechs: Ein Vermögenswert bringt Geld in die Tasche, eine Verbindlichkeit zieht es wieder heraus. Kauf zuerst Vermögenswerte und lass deren Erträge den Luxus bezahlen.
Was du aktiv abrufst, behältst du besser, als wenn du es nur noch einmal liest. Überleg dir die Antwort, bevor du nachschaust.
Was ist ein Vermögenswert laut Kiyosaki?
Alles, was dir Geld in die Tasche bringt.
Was meint Kiyosaki mit dem Hamsterrad?
Arbeiten, Rechnungen zahlen, mehr verdienen, mehr ausgeben – und trotzdem nie vorankommen.
Im englischen Original heißt es „Rat Race“.
Was bedeutet der Grundsatz „Bezahle dich zuerst selbst“?
Leg zuerst Geld für den Aufbau von Vermögenswerten zur Seite und bezahle erst danach die Rechnungen.
Der Druck offener Rechnungen soll dich antreiben, mehr einzunehmen.
Welche fünf Hindernisse halten Menschen trotz Finanzwissen auf?
Angst, Zynismus, Faulheit, schlechte Gewohnheiten und Arroganz.
Kostenlos im Learner von Web Highlights – ganz ohne Konto.
Lesenswert als Buch über die richtige Denkweise, nicht als Anleitung: Es erklärt schnell und einprägsam, warum Einkommen allein nicht reich macht, bleibt bei konkreten, aktuellen Ratschlägen aber dünn.