
von Thomas Kehl und Mona Linke · 2022
Das Buch in drei Sätzen
4 Min. Lesezeit · kostenlos, ganz ohne Konto
Cover: Open Library
Die gesetzliche Rente liegt in der Regel deutlich unter dem letzten Gehalt. Den Abstand zwischen deinem letzten Nettogehalt und der erwarteten Rente nennen die Autoren Rentenlücke. Hinzu kommt das Umlageverfahren: Was du heute einzahlst, finanziert die Renten von heute und wird nicht für dich angespart. Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, kommt laut Buch deshalb nicht darum herum, selbst vorzusorgen. Je früher du damit anfängst, desto mehr Zeit hat dein Geld zu wachsen.
Praxistipp Vergleiche deine Renteninformation mit deinem Nettogehalt – und denk daran, dass die Rente dort brutto angegeben ist.
Viele schieben das Thema Geld vor sich her, weil sie sich auf Annahmen verlassen, die bei näherem Hinsehen nicht halten. Ohne Finanzberater gehe es nicht? Viele Berater verdienen an Provisionen und sind eher Verkäufer; wer Rat möchte, kann einen Honorarberater bezahlen, der nicht am Produkt verdient. Die Zinsen seien zu niedrig? Sparbuch, Lebensversicherung und Bausparvertrag haben auch bei höheren Zinsen nie gereicht, um ein Vermögen aufzubauen. Und was alle machen, ist nicht automatisch richtig: Das Sparbuch ist weit verbreitet, obwohl es kaum Zinsen bringt.
Praxistipp Frag im nächsten Beratungsgespräch direkt, wie dein Gegenüber an dem Produkt verdient.
Bevor du investierst, brauchst du eine Rücklage für Unerwartetes – eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur, eine Lücke zwischen zwei Jobs. Diesen Notgroschen parkst du auf einem Tagesgeldkonto, wo er sicher und jederzeit verfügbar ist. Als Faustregel gelten drei bis sechs Nettomonatsgehälter. Girokonto, Sparbuch und Tagesgeld nennen die Autoren Non-Profit-Anlagen: gut für Sicherheit und Notgroschen, aber kein Weg zum Vermögen.
Praxistipp Rechne aus, wie viel drei Nettomonatsgehälter bei dir sind, und vergleiche das mit deiner Rücklage.
Entscheidend ist nicht der Zins auf dem Kontoauszug, sondern was nach Abzug der Inflation übrig bleibt. Dieser Realzins zeigt, ob deine Kaufkraft tatsächlich wächst. Liegt er unter null, verliert dein Erspartes jedes Jahr an Wert, auch wenn der Betrag auf dem Konto steigt. Lebensversicherung und Bausparvertrag ordnen die Autoren deshalb als Sparen auf Sparflamme ein: zu wenig Rendite für echten Vermögensaufbau.
Praxistipp Zieh vom Zins deines Tagesgelds die aktuelle Inflationsrate ab – das Ergebnis ist dein Realzins.
Kurzfristig schwanken Aktienkurse zufällig, und wer auf den nächsten Monat wettet, spielt im Grunde Casino. Langfristig folgen breit gestreute Aktien jedoch dem Wachstum der Unternehmen dahinter. Deshalb nennen Kehl und Linke die Diversifikation eine Wunderwaffe: Wer über viele Unternehmen, Branchen und Länder streut, hängt nicht vom Schicksal einzelner Firmen ab. Über Jahrzehnte arbeitet dann der Zinseszinseffekt für dich – Erträge bringen selbst wieder Erträge.
Praxistipp Prüf, ob dein Erspartes heute von einzelnen Unternehmen, Branchen oder Ländern abhängt.
Bei aktiven Fonds wählt ein Fondsmanager die Aktien aus und lässt sich das jedes Jahr bezahlen. Nach Abzug dieser Kosten schlagen die meisten aktiven Fonds ihren Vergleichsindex auf Dauer nicht. Passive Fonds bilden dagegen einfach einen Index nach, etwa den DAX. ETFs sind solche börsengehandelten Indexfonds: günstig, bei einem breiten Index auch breit gestreut und ohne den Anspruch, klüger als der Markt zu sein. Weil Kosten Jahr für Jahr an der Rendite nagen, lohnt immer ein Blick auf die laufenden Kosten, die TER.
Praxistipp Such bei einem Fonds, den du besitzt oder ins Auge fasst, die laufenden Kosten (TER) heraus.
Am leichtesten sparst du, wenn du nicht jeden Monat neu entscheiden musst: Dauerauftrag und ETF-Sparplan schieben einen festen Betrag automatisch dorthin, wo er arbeiten soll. Das Motto des Buchs, „Lebe aktiv, investiere passiv“, beschreibt eine Arbeitsteilung: Deine Zeit gehört dem Leben, dein Geld liegt passiv in breit gestreuten Indexfonds. Kommt ein Börsencrash, raten die Autoren, Ruhe zu bewahren, nicht panisch zu verkaufen und langfristig investiert zu bleiben.
Praxistipp Richte einen Dauerauftrag ein, der kurz nach dem Gehaltseingang einen festen Betrag beiseitelegt.
Die vier Schritte, mit denen Kehl und Linke zum ersten Investment führen, in ihrer Reihenfolge – mit dem, worauf es jeweils ankommt.
| Schritt | Worum es geht | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Balance zwischen Risiko und Sicherheit finden1. Schritt | Das Geld aufteilen: ein sicherer Baustein wie Tagesgeld, dazu ein renditestärkerer Aktienteil. |
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| Weltportfolio bauen2. Schritt | Weltweit über Industrie- und Schwellenländer streuen. |
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| Passende ETFs auswählen3. Schritt | ETFs wählen, die die gewünschten Indizes günstig nachbilden, etwa den MSCI World für die Industrieländer. |
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| Depot eröffnen4. Schritt | Ein Depot eröffnen und einen ETF-Sparplan einrichten, der jeden Monat automatisch einen festen Betrag investiert. |
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Vorher und nachher: Vor dem ersten Schritt steht der Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto. Danach läuft der Sparplan von allein – und auch im Crash bleibst du laut den Autoren investiert.
Was du aktiv abrufst, behältst du besser, als wenn du es nur noch einmal liest. Überleg dir die Antwort, bevor du nachschaust.
Was ist die Rentenlücke?
Die Differenz zwischen deinem letzten Nettogehalt und der Rente, die du voraussichtlich bekommst.
Was ist ein Notgroschen, und wo bewahrst du ihn auf?
Eine Rücklage für unerwartete Ausgaben – auf einem Tagesgeldkonto, sicher und jederzeit verfügbar.
Als Faustregel gelten drei bis sechs Nettomonatsgehälter.
Was ist ein ETF?
Ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Index kostengünstig nachbildet – investieren per „Copy and Paste“.
Wie lauten die vier Schritte zum ersten Investment?
Balance zwischen Risiko und Sicherheit finden, Weltportfolio bauen, passende ETFs auswählen, Depot eröffnen.
Kostenlos im Learner von Web Highlights – ganz ohne Konto.
Ja, wenn du bei null anfängst: Das Buch erklärt die Grundlagen verständlich und endet mit einem konkreten Plan. Wer schon regelmäßig in ETFs investiert, erfährt wenig Neues.