Morgenstund hat Gold im Mund.

Wer früh anfängt, schafft deutlich mehr.

Was es bedeutet

Wer früh anfängt, schafft mehr und arbeitet ungestörter. Gemeint ist nicht der Morgen als Tageszeit an sich, sondern der frühe Beginn einer Aufgabe — der Vorsprung, den man später nicht mehr aufholt.

Woher es kommt

Das Sprichwort ist eine Eindeutschung des lateinischen „aurora habet aurum in ore“ und seit dem 16. Jahrhundert belegt. Der Reim hat sich gehalten, obwohl das Bild vom Gold im Mund heute niemandem mehr unmittelbar einleuchtet — ein gutes Beispiel dafür, dass Klang ein Sprichwort länger trägt als Sinn.

Beispielsätze

  • „Um sieben ist die Werkstatt noch leer und ich komme doppelt so weit: Morgenstund hat Gold im Mund.“
  • „Vor acht ist das Büro leer und ich komme doppelt so weit – Morgenstund hat Gold im Mund.“
  • „Wir starten die Fahrt um fünf. Morgenstund hat Gold im Mund, dann sind wir vor dem Stau da.“

Wann es passt — und wann nicht

Gegenüber Menschen, die abends produktiver sind, wirkt der Satz schnell wie eine Belehrung über den richtigen Lebensstil. Über die eigene Arbeitsweise gesagt ist er harmlos.

Ähnliche Wendungen

  • Der frühe Vogel fängt den Wurm.
  • Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

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