Hochmut kommt vor dem Fall.
Übermut kommt vor dem Scheitern.
Was es bedeutet
Wer sich seiner Sache zu sicher ist, übersieht die Risiken und scheitert genau daran. Der Satz beschreibt keine Strafe von außen, sondern einen Mechanismus: Überheblichkeit macht blind für das, was schiefgehen kann.
Woher es kommt
Der Satz stammt aus dem Buch der Sprichwörter im Alten Testament (Sprüche 16,18) und lautet dort vollständig „Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz“. Über Luthers Bibelübersetzung wurde die verkürzte Form zum festen Bestandteil der Alltagssprache.
Beispielsätze
- „Kaum hatte er sich zum Favoriten erklärt, schied er in Runde eins aus – Hochmut kommt vor dem Fall.“
- „Er hat die Prüfung nicht vorbereitet, weil er sie für zu leicht hielt. Hochmut kommt vor dem Fall.“
- „Erst haben sie die Konkurrenz belächelt, jetzt sind sie zweiter Sieger: Hochmut kommt vor dem Fall.“
Wann es passt — und wann nicht
Über eine anwesende Person gesagt ist der Satz eine offene Zurechtweisung. Über Abwesende oder über sich selbst funktioniert er als nüchterne Bilanz.
Ähnliche Wendungen
- Wer zu hoch steigt, fällt tief.
- Übermut tut selten gut.
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