Gelegenheit macht Diebe.
Eine offene Gelegenheit verführt zum Missbrauch.
Was es bedeutet
Eine offen liegende Gelegenheit verführt auch sonst ehrliche Menschen zum Zugriff. Der Satz mahnt weniger zur Empörung über den Täter als zur Vorsicht: Wer nichts offen herumliegen lässt, erspart sich das Problem.
Woher es kommt
Das Sprichwort ist in dieser Form seit der frühen Neuzeit belegt und hat lateinische Vorläufer. Es benennt eine kriminologische Alltagsbeobachtung: Nicht nur der geborene Dieb stiehlt, sondern auch der Gelegenheitstäter, dem man die Tat zu leicht macht.
Beispielsätze
- „Die offene Kasse blieb keine Stunde unangetastet – Gelegenheit macht Diebe.“
- „Der Kassenschlüssel lag offen herum; Gelegenheit macht Diebe.“
- „Sperr den Laptop weg, auch unter Kollegen: Gelegenheit macht Diebe.“
Wann es passt — und wann nicht
Als allgemeine Vorsichtsregel unproblematisch. Auf eine konkrete Person gemünzt, wird der Satz zur Verdächtigung — dann meiden.
Ähnliche Wendungen
- Vorsicht ist besser als Nachsicht.
- Wer sein Gut nicht hütet, verliert es.
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